Zum Buch:
Heipe Weiss, Frankfurt
Eine zentrale Rolle spielen die Federn Zugegeben, gleich zu Anfang: Ich habe lesen lassen. Was ich über “Lipshitz”, den Roman von T Cooper, sagen kann, speist sich ausschließlich vom Hörensagen. Die folgende Rezension erfolgt also wie immer ganz ohne Gewehr. Im Prinzip ist es ein Sandwitch. Wie es der gleichnamige Lord erfunden hat. Innendrin steckt der richtige Roman. Vorne und hinten gibt es eine Menge Geplapper vom Autor, wo er sich selbst und uns versichern will, dass er selber es war, der das Ganze geschrieben hat. Muß er tun, denn sonst glaubt er es selbst nicht. Denn von Hause aus ist er so was wie ein Rapper, also jemand, der zu aufgelegten und hin und her gezerrten Platten Gedichte von sich gibt. Aber das soll einen ja nicht am Romanschreiben hindern. Der eigentliche, innere Roman geht um eine Familie, die Anfang des Jahrhunderts nach einem (eindringlich und drastisch geschilderten) Pogrom in Russland nach New York flieht. Und dort im Hafen geht eines der Kinder verloren, ein blonder Junge. Da er nicht wiedergefunden wird, rastet die Mutter verständlicherweise aus. Ihr Leben lang sucht sie nach dem Verschwundenen, und glaubt ihn dann irgendwann in dem Atlantikflieger Charles Lindbergh wiederzuerkennen. Insofern ist Lipshitz ebenso sehr ein Lindenbergh-Roman wie eine Familiensaga der Lipshitz’s, einer amerikanischen Einwandererfamilie mit jüdisch-russischem Emigrationshintergrund, oder wie sagt sich so was pc. Diese Familiensaga endet auf Seite 357. Sie soll, wie ich vernahm, recht lesenwert sein. Aber, sagt der Autor selber auf Seite 359, “Das war nicht der Schluss. Der Schluss kommt jetzt.” Und es folgen 130 Seiten in jener schnoddrigen Art, gegen die ich nichts einwenden möchte, denn letztlich gibt es für mich wenig Grund, hier mit Glashäusern zu werfen. Und damit Ihr einen kleinen Eindruck davon habt, was ich damit meine, hier als leicht abgewandeltes Zitat – ich ersetze das Wort Buch durch das Wort Rezension – die letzten beiden Sätze des Autors von Lipshitz, T-Cooper, und das nach 487 Seiten; obgleich ich nicht so recht weiß, ob ich meinem Hörensagen trauen darf: “Aber eins weiß ich mit absoluter Sicherheit, diesmal ganz im Ernst und ohne Quatsch: Diese(.) Scheiß “(..)rezension – “merkt euch meine Worte – werde ich niemals fertig schreiben.”
Heipe Weiss, Frankfurt