Belletristik

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Buchempfehlung Belletristik

Autor
Cooper, T

Lipshitz

Untertitel
Roman.Aus dem Amerikanischen von Brigitte Jakobeit
Beschreibung

1907: Als in Russland Pogrome ausbrechen, entkommt Familie Lipshitz nur mit knapper Not. Vater Hersch und Mutter Esther wandern mit ihren vier Kindern nach Amerika aus. Doch als sie endlich Ellis Island erreichen, ist Ruben, der jüngste Sohn, verschwunden. Esther hofft, den kleinen Blondschopf im Meer der dunkelhaarigen Einwanderer schnell zu finden. Doch Ruben taucht nicht wieder auf. 1927, über zwanzig Jahre später, liest Esther in der Zeitung von dem jungen Charles Lindbergh, der gerade mit der Spirit of St. Louis als erster Mensch nonstop den Atlantik überflogen hat. Auf der Titelseite prangt sein Foto: blond, blauäugig, 25 Jahre alt.

Verlag
marebuchverlag, 2006
Format
Gebunden
Seiten
487 Seiten
ISBN/EAN
978-3-936384-33-8
Preis
24,90 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Es trifft Esther wie ein Blitz. Für sie ist jeder Zweifel ausgeschlossen: Lindbergh ist ihr verlorener Sohn. 2002: T Cooper, letzter Spross der Lipshitz, heizt in New York auf Bar-Mizwas den kreischenden Kids als Eminem-Double ein. Als Ts Eltern bei einem Autounfall umkommen, kauft sich T einen Modellbausatz der Spirit of St. Louis und beginnt, Stück für Stück Lindberghs Flugzeug zusammenzusetzen – fest entschlossen, in eine Familienchronik voller Fragezeichen endlich eine verdammte Antwort einzutragen.

“Ist das alles wahr?” The New York Times über Lipshitz
“Nicht ein Fitzel ist wahr, auch wenn einige Vorfälle stimmen, und andere auch, obwohl ich sie erfunden habe.”
T Cooper

Zum Buch:

Heipe Weiss, Frankfurt

Eine zentrale Rolle spielen die Federn Zugegeben, gleich zu Anfang: Ich habe lesen lassen. Was ich über “Lipshitz”, den Roman von T Cooper, sagen kann, speist sich ausschließlich vom Hörensagen. Die folgende Rezension erfolgt also wie immer ganz ohne Gewehr. Im Prinzip ist es ein Sandwitch. Wie es der gleichnamige Lord erfunden hat. Innendrin steckt der richtige Roman. Vorne und hinten gibt es eine Menge Geplapper vom Autor, wo er sich selbst und uns versichern will, dass er selber es war, der das Ganze geschrieben hat. Muß er tun, denn sonst glaubt er es selbst nicht. Denn von Hause aus ist er so was wie ein Rapper, also jemand, der zu aufgelegten und hin und her gezerrten Platten Gedichte von sich gibt. Aber das soll einen ja nicht am Romanschreiben hindern. Der eigentliche, innere Roman geht um eine Familie, die Anfang des Jahrhunderts nach einem (eindringlich und drastisch geschilderten) Pogrom in Russland nach New York flieht. Und dort im Hafen geht eines der Kinder verloren, ein blonder Junge. Da er nicht wiedergefunden wird, rastet die Mutter verständlicherweise aus. Ihr Leben lang sucht sie nach dem Verschwundenen, und glaubt ihn dann irgendwann in dem Atlantikflieger Charles Lindbergh wiederzuerkennen. Insofern ist Lipshitz ebenso sehr ein Lindenbergh-Roman wie eine Familiensaga der Lipshitz’s, einer amerikanischen Einwandererfamilie mit jüdisch-russischem Emigrationshintergrund, oder wie sagt sich so was pc. Diese Familiensaga endet auf Seite 357. Sie soll, wie ich vernahm, recht lesenwert sein. Aber, sagt der Autor selber auf Seite 359, “Das war nicht der Schluss. Der Schluss kommt jetzt.” Und es folgen 130 Seiten in jener schnoddrigen Art, gegen die ich nichts einwenden möchte, denn letztlich gibt es für mich wenig Grund, hier mit Glashäusern zu werfen. Und damit Ihr einen kleinen Eindruck davon habt, was ich damit meine, hier als leicht abgewandeltes Zitat – ich ersetze das Wort Buch durch das Wort Rezension – die letzten beiden Sätze des Autors von Lipshitz, T-Cooper, und das nach 487 Seiten; obgleich ich nicht so recht weiß, ob ich meinem Hörensagen trauen darf: “Aber eins weiß ich mit absoluter Sicherheit, diesmal ganz im Ernst und ohne Quatsch: Diese(.) Scheiß “(..)rezension – “merkt euch meine Worte – werde ich niemals fertig schreiben.”

Heipe Weiss, Frankfurt