
Dieser leise Groll, der sich in dir aufstaut, wenn du schon wieder alles alleine machst. Die Wut, die du runterschluckst, weil du denkst: "Ich will kein Drama." Du hast gelernt, nett zu sein. Anpassungsfähig. Immer für andere da. Aber dieser Groll ist kein Fehler in deinem Charakter. Er ist ein Signal. Eine leise, aber unüberhörbare Alarmanlage, dass eine Grenze überschritten wurde – oft von jemandem, der nicht einmal wusste, dass du eine hast. Du hast gelernt, das Gefühl zu übergehen. Vielleicht wurdest du gelobt für deine Unkompliziertheit. Vielleicht hast du als Kind gesehen, dass die Bedürfnisse anderer immer wichtiger waren. Und so hast du dir angewöhnt, deine eigenen leise zu machen. Aber die Erschöpfung, die du spürst, kommt nicht von dem, was du für andere tust. Sie kommt von der ständigen Anstrengung, so zu tun, als ob deine eigenen Grenzen nicht existieren. Deine Grenzen sind keine Ablehnung. Sie sind der ehrlichste Teil von dir. Dieses Buch ist keine Anleitung zur Konfrontation. Es ist eine Einladung, den Groll nicht mehr zu bekämpfen, sondern ihn zu verstehen. Ihn als das zu sehen, was er ist: ein Wegweiser zurück zu dir selbst. Du musst nicht über Nacht anders sein. Du musst nur anfangen, dem zu glauben, was du dir schon lange sagen willst.