
Wenn hunderte Menschen bei Schnee und Minusgraden einer Gruppe volljähriger und unverheirateter Männer beim Tanzen zuschauen, dann ist im schwäbischen Dinkelscherben Schäfflertanz. Dieser Brauch findet dort seit 1893 alle sieben Jahre statt. Die in der Brauch- und Ritualforschung verortete narrationsanalytische Studie nimmt auf der Basis kulturwissenschaftlicher Theorien zu Ländlichkeit und Immateriellem Kulturerbe in den Blick, wie der Schäfflertanz von den Träger:innen als Tradition verhandelt wird. Die empirische Untersuchung schließt dabei eine Forschungslücke, indem sie erstmals die Brauchakteur:innen des Schäfflertanzes in den Fokus rückt.