
Mélanie Hahnemann d'Hervilly (1800-1878), erst Malerin, dann glühende Verfechterin der Homöopathie, sprengte ihr Leben lang die Konventionen: Zunächst, indem sie als Partnerin des Pariser Malers Lethière einen selbstbestimmten Weg zu gehen versuchte. Später, als sie als Ehefrau von Samuel Hahnemann die Homöopathie erlernte und nach dessen Tod wagte, eigenständig zu praktizieren. Mélanie Hahnemann brachte nicht nur die zeitgenössische Schulmedizin gegen sich auf, sondern auch weite Teile der Homöopathenschaft, die es nicht ertrug, dass eine Frau erfolgreich in ihre Sphäre eindrang und das Recht beanspruchte, Hahnemanns geistigen Nachlass zu verwalten. Die Autorin Petra Dörfert M.A. ist Geisteswissenschaftlerin und selbst als Homöopathin und Heilpraktikerin tätig. Als ihr bewusst wurde, wie unerforscht Mélanie Hahnemanns Leben noch war, fing sie Feuer und begab sich auf eine spannende Spurensuche in Paris und an verschiedenen Orten Deutschlands, wo sie auf eine große Anzahl bislang ungesichteter Archivalien stieß. Nicht nur Mélanie Hahnemanns Biographie, sondern ein ganzes Kapitel der Homöopathie-Geschichte erscheint dadurch in neuem Licht - eingebettet in ein atmosphärisch dichtes Panorama der damaligen Welt.