
An großen wie an kleinen Höfen gestalteten die Hofkapellen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die musikalischen Darbietungen des kulturellen, politischen und höfischen Lebens. Verantwortlich für die Leistung war ihr Hofkapellmeister, der oft in enger Zusammenarbeit mit der Intendanz des jeweiligen Hoftheaters eine Vielfalt von Aufgaben wahrnahm: von der Komposition von Werken und deren Aufführung über die lokale sowie überregionale Repräsentation des jeweiligen Hofes und seines Regenten bis hin zur Versorgung Angehöriger verstorbener Orchestermusiker. Ausgehend von den reichhaltigen Quellenbeständen zahlreicher Höfe des Deutschen Staatenbundes beschreibt Viviane Nora Brodmann erstmals das Hofkapellmeisteramt, dessen Facettenreichtum und zentrale Wirkungskraft zur Zeit des Vormärz.