
Die Integration des indigenen Kulturwissens in die Konzeption psychischer Erkrankungen ist unabdingbar, um die unterschiedlichen Bedürfnisse der Betroffenen zu verstehen und ein umfassendes Pflegesystem zu entwickeln. Die Bedeutung der Symptome bestimmt, was abnormal ist und eine Behandlung erfordert. In Uganda ist das formelle Gesundheitssystem weder der einzige noch der am weitesten verbreitete Behandlungsanbieter. Hilfe wird oft auch von traditionellen und religiösen Heilern gesucht. Mit ihrer ethnografischen Arbeit erhält Lucia Verginer nicht nur Einblick in lokale Erklärungsmodelle von Geisteskrankheiten, sondern auch in deren Einbettung in den soziokulturellen Kontext insgesamt. Dieses Buch beleuchtet die Situation psychisch kranker Menschen in Uganda und in afrikanischen Ländern im Allgemeinen und skizziert mögliche Wege zu einer besseren psychiatrischen Versorgung.