
Es gibt zahlreiche an Krebs Erkrankte, die in Tagebüchern ihre Dämonen bekämpfen. Ob nun „im stillen Kämmerlein“ oder heute gerne im Internet. Das Krebs-Tagebuch der 2023 verstorbenen Karin Robinet hebt sich davon ab: mit seiner eindrücklichen Mischung aus knallharten Fakten und dem hartnäckigen Hinterfragen nicht enden wollender Therapien, aus Reflexion, Empathie und nicht zuletzt einem befreienden Humor. Karin Robinet hat ihr Krebs-Tagebuch noch im Hospiz fortgeschrieben. Bis in den letzten Eintrag hinein ist ihr unstillbarer Lebenswille, aber auch ihre Demut vor dem Tod spürbar. Und die Dankbarkeit denen gegenüber, die sie in tiefster Not begleiteten. Es ist das Buch einer lebensbejahenden Frau. Für die, wie 1979 schon für die Berliner Kultbuchautorin Maxie Wander, das Leben "halt eine prima Alternative“ gewesen wäre (so Wanders Buchtitel).