
Auf 238 Seiten wird mit 753 Abbildungen Geschichte lebendig. „Zwischen Hüben und Drüben“ erzählt nicht nur von jenen vier Jahrhunderten „als Böhmen noch bei Österreich war“, sondern auch von der Zeit davor und danach. Schwerpunkte aller vier Bände bilden die Landesgrenzen rund um Böhmen und seinen Nachbarregionen. „Verschwundene“ Dörfer, Religionsgeschichte (Reformation und Rekatholisierung, Klöster und Wallfahrtsorte, Kirchenbaukunst, Juden u. v. m.), Landesvermessung, Postwesen, Grenzwirtshäuser, Aussichtstürme, Kultur- und Naturdenkmäler usw. bieten ein breites Spektrum und machen das Buch zu einem „Nachschlagewerk“ der Region. Band III erzählt unter anderem vom Ascher Land (Ašsko). Alles Beschriebene, liegt näher als 18 km von Markneukirchen und wäre auch ohne Motor, nur mit Muskelkraft für alle Südvogtländer gut erreichbar. Für Ziele im „Egerer Land“ (Chebsko) kann man u. a. die Vogtlandbahn nutzen. Es geht um Territorialgeschichte, die Ränder der Territorien und die Verbindungen zwischen ihnen. Durch Kriege wurden Grenzen verschoben und es entstanden neue Staaten. Überall dort, wo einst beiderseits der Grenze Deutsch als Muttersprache gesprochen wurde, waren die Kontakte enger, als dort, wo verschiedene Sprachen aufeinander trafen. Aber bis 1946, als der deutsche Sprachraum auf die Gebiete der heutigen Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreich reduziert wurde, war es oft die Konfession, die aus Nachbarn Fremde machte. Aber es gab auch grenzübergreifende Kirchensprengel. Böhmen gehörten noch im 19. Jh. zu sächsischen Kirchen (Elster und Brambach) und Bayern wallfahrteten u. a. nach Maria Loreto oder Maria Kulm. Grenzen trennen, aber Verkehrswege verbinden. In der Europäischen Union sind die Zollschranken gefallen und im Schengen-Raum herrscht freier Personenverkehr. Das sah im 19. und 20. Jh. noch ganz anders aus. Zollstraßen und Zollämter bestimmten das Bild ebenso wie Grenzbahnhöfe.