
Der vorliegende Band widmet sich der Provenienzforschung Islamischer Kunst im Nationalsozialismus – einem bislang wenig systematisch untersuchten Feld. Er geht auf einen interdisziplinären Workshop zurück, der 2023 von den Staatlichen Museen zu Berlin, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste veranstaltet wurde. Fünfzehn Beiträge von Fachwissenschaftler:innen aus den Bereichen Kunstgeschichte, Provenienzforschung und Kulturvermittlung beleuchten Erwerbungskontexte zwischen 1933 und 1945. Thematisiert werden unter anderem die Rolle jüdischer Sammler:innen, die Sammlungstätigkeit musealer und bibliothekarischer Institutionen sowie methodische und konzeptuelle Fragestellungen der Vermittlungspraxis. Der Band eröffnet neue Perspektiven auf die Sammlungsgeschichte Islamischer Kunst in Deutschland und unterstreicht die Relevanz disziplinübergreifender Zusammenarbeit im musealen und wissenschaftlichen Kontext.