Der Çavi Tarlası war eine Siedlung der spätneolithischen, bäuerlich-dörflich geprägten Ḥalaf-Kultur des frühen 6. Jts. v. Chr., die für fast 400 Jahre kontinuierlich besiedelt war. Der im südosttürkischen Euphrat-Gebiet (heute Atatürk-Stausee) gelegene Fundplatz wurde im Rahmen internationaler Rettungsgrabungen in den Jahren 1982 bis 1984 durch den Münchener Archäologen Alwo von Wickede erforscht. Mit dem zweibändigen Werk wird nun mit der kompletten Auswertung aller zur Verfügung stehenden archäologischen und naturwissenschaftlichen Daten die Endpublikation dieses Fundortes vorgelegt, wobei sich die Studie in drei Teile gliedert. Teil I behandelt Statigraphie und Architektur, die Keramik der Ḥalaf-Zeit sowie den geringen Anteil spätchalkolithischer und frühbronzezeitlicher Keramik, die lithischen Kleinfunde und Grobsteingeräte, die Kleinfunde, die prähistorische Fauna und Radiokarbon-Datierungen zu Çavi Tarlası. In Teil II erfolgt eine Neubewertung der Ḥalaf-Kultur anhand der Keramikentwicklung an 35 ausgewählten Fundorten, wobei regional variierende Ausprägungen deutlich werden. Dies wird mit den naturwissenschaftlichen Untersuchungen in Teil III gestützt, speziell durch die geo-chemischen und mineralogischen Untersuchungen von Ḥalaf-Keramiken unterschiedlicher Fundorte.