
Nordhausen Graustufen 1949-1993 - zum Geleit Die DDR gibt es nicht mehr als Land, aber weiterhin als Bezugspunkt. Nordhausen war Teil dieses verschwundenen Landes und viele der Menschen, die damals lebten, sind heute noch unter uns. Herbert Wolff (1927-1979) und später sein Sohn Hans-Peter (1953*) hielten die uns entrückte Zeit und den Untergang des sozialistischen Nordhausens mit ihren Pressekameras fest. Mit beeindruckenden Bildern. Immer den Spagat wagend, die alltägliche DDR-Realität in ihren Graustufenfotos trotz aller Inszenierung durch den SED-Machtapparat nicht zu kurz kommen zu lassen. „Mein Vater war mein bester Lehrmeister“, so Wolff junior. „Schon als Kind habe ich voller Begeisterung mit ihm viele Stunden in der Dunkelkammer verbracht.“ Nach fünfjähriger Kriegsgefangenschaft 1949 heimgekehrt, erlernte Herbert Wolff beim Optiker Roesch den Beruf des Elektrikers und das Fotografieren. Bei der Kreisbildstelle perfektionierte er seine neue Berufung. Später trat Hans-Peter Wolff in seine beruf-lichen Fußstapfen und begann 1977 bei der Bezirks-Tageszeitung „Das Volk“. Nach seines Vaters Tod pendelte er zunächst zwischen den Redaktionen in Sondershausen und Nordhausen, arbeitete später aber hauptsächlich in der Nordhäuser „Volk“-Redaktion. In der Wende wechselte Wolff zum Harzkurier und nach dessen Einstellung 1995 zur Bild-Zeitung. 2011 ging er in den Ruhestand. Gemeinsam mit Markus Veit, ebenfalls Fotograf und Autor dieses Buches, wurden über 250 Fotografien des Wolffschen Bildarchivs für den vorliegenden Bildband ausgewählt. Ein Jahr investierte Veit in die Restaurierung der Aufnahmen und in die inhaltsreichen und fein recherchierten Bildbegleittexte, um die Nordhäuser Graustufen-Bilder stadtethnologisch richtig einzuordnen.